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Hochstativ im Eigenbau

Nach wie vor habe ich immer noch den Traum von einer Luftbildfotografie. Ein Flugzeug kann ich mir aber nicht leisten, auch nicht mieten. Also musste anderer Ersatz herhalten. Aufnahmen über einen Drachen verwarf ich bald (oder vorläufig). Zu sehr abhängig vom Wind und eine Aufhängung der Kamera (Picardsysten) sowie eine Fernsteuerung wären recht aufwändig. Einen Einsatz über Heliumballon verfolgte ich auch nicht weiter, denn zu viele Nachteile hat diese Technik. Zu allererst erfordert es eine absolute Windstille, das Heliumgas ist sehr teuer und den Ballon im vollen oder nur halb leeren Zustand zu transportieren ist auch kaum möglich. Blieb also für das Erste nur einmal der Einsatz mit einem Hochstativ. Dies war für mich für den Anfang gar nicht einmal so schlecht. Ich konnte Erfahrungen sammeln und hatte einen Einstieg in diese Technik zu einem vertretbaren Preis.

Beim Sondieren des Marktes stellte ich schnell fest, dass professionelle Geräte weit in einem hohen vierstelligen Bereich angesiedelt waren, also ein Kauf schied aus preislichen Gründen aus. Ich musste selbst Hand anlegen. Die im Internet angebotenen Lösungen zu einem Selbstbau begeisterten mich nicht sonders, alles war – ohne den Betreffenden zu nahe zu treten – zu stark in einer Bastellösung zuhause. Jo-Jo oder Roulette wollte ich schließlich auch nicht mit meiner hochwertigen Kamera spielen!

Meine Maßgabe war, ein zuverlässiges Hochstativ zu bauen, stabil und robust sollte es außerdem sein. Als Material wählte ich Aluminium. In Fiberglas, Plastik oder Kunststoff, sah ich eine Robustheit nicht mehr als hoch gegeben an. Zwar ist dieses Material vom Gewicht sehr leicht, aber eine robuste und stabile Konstruktion stellt es sicher nicht dar, zumindest nicht für die Höhe von ca. 8 m, die ich anstrebte.

Ebenso klar wie Höhe und Material, war mir auch das System klar; es sollte ein Teleskopsystem sein. Die größte Schwierigkeit war hier jedoch, das System so zu bauen, dass die einzelnen Rohrelemente in ihrem Endanschlag arretiert wurden, sodass ein versehentliches Herausrutschen unmöglich war. NEIN, dies durfte absolut auf keinen Fall geschehen, nicht ein einziges Mal. Stellen Sie sich vor: Sie haben das System bereits auf sechs Meter Höhe ausgefahren und das letzte Rohrelement rutscht Ihnen mangels eines Endanschlages aus dem unteren Rohr heraus ....., für die Kamera war`s das dann wohl und sie lebt fortan im Reich des Nirwana.

Es war mir schnell klar, dass solch eine Rohrelementarretierung sehr kompliziert und aufwändig ist. Lange Zeit hatte ich auch überhaupt keine Idee, wie man dies am besten verwirklichen könnte. Letztendlich löste ich das Problem mittels einem im Inneren der Rohre durchlaufenden 3 mm-Polyesterseiles, das jeweils am untersten Punkt, wie auch am obersten Punkt der einzelnen Rohrelemente verknüpft war. Aber Vorsicht: Sie müssen jedes einzelne Rohr gesondert absichern, denn sonst könnte bei einem oberhalb nicht voll ausgezogenen Rohrelement letztendlich doch das Verhängnisvolle geschehen.

Man macht das Absichern am besten indem man jeweils einen Endstutzen mit Mittelbohrung in die einzelnen Rohre einsetzt und diese mit den einzelnen Rohrelementen fest verstiftet. Die Knoten betreffs Arretierung werden dann ganz dicht an den Endstutzen angelegt. Das gefahrlose Schieben des Rohres zum Ende hin, nach oben oder unten ist dann gewährleistet, ganz gleich wie weit die Rohrelemente ausgezogen sind.

Genug der Einleitung und Vorrede, nun zu den Einzelteilen.

Hochstativ im Eigenbau

Hochstativ

Voll ausgefahren erreicht ich eine Höhe von ca. 7,8 Meter.

Alurohre

Notwendig sind Aluminiumrohre, aufsteigend in den Maßen von 20 bis 50 mm Durchmesser oder auch größer, je nachdem welche Höhe Sie anstreben. Sie sollten sich von vorneherein auch darüber im Klaren sein, welche ausgefahrene Höhe ihr Hochstativ später einmal haben soll. 1-Meter-Rohre mögen zwar für einen späteren Transport geschickt und handlich sein, aber bedenken Sie, für eine sichere Arretierung von Rohrelement zu Rohrelement verlieren Sie ca. 20 cm an Länge! Sie haben also nur noch 80 cm verfügbar. Um 8 m zu erreichen, benötigen Sie also 10 Rohrelemente und da wird die Geschichte schon ein bisschen wackelig. Ich habe auf Stabilität und Robustheit gesetzt und Transporthandlichkeit hinten angestellt und eine Länge von 150 cm pro Rohrelement gewählt. Ich kann Ihnen dies nur empfehlen!

Gehen Sie nicht zu gewaltig in die Stativhöhe hinaus. 8 Meter Stativhöhe sind schon gewaltig und gerade noch beherrschbar. Noch höher hinaus war für mich nie eine Absicht, denn lieber gebe ich mich mit einer geringeren Höhe zufrieden und kann diese Höhe auch noch gut beherrschen. Bei noch größerer Höhe sehe ich Gefahr für einen sicheren Stand. Mit Spanngurten möchte ich da nicht mehr arbeiten. Sie werden mir spätestens dann beipflichten, wenn Sie selbst einmal mit einem Hochstativ gearbeitet haben.

Ich muss jedoch sagen, dass ich die abgebildeten bereits geschlitzten Rohre mit Klemmschelle fertig bezogen habe. Grund und Ursache waren, dass ich keinen Händler fand, der mir eine so geringe Menge an Rohren verkaufen wollte. Auch stellte ich fest, dass der Preis fast der gleiche war, als wenn ich die Rohre roh gekauft hätte. Über die Verarbeitung der geschlitzten Rohre war ich aber schon ein wenig enttäuscht. Die mitgelieferten Sterngriffe zum Festklemmen der Rohrelemente waren für einen Betrieb in der Praxis schlichtweg zu schwach und untauglich, sodass ich sie durch kräftigere und handlichere Flügelschrauben ersetzte. http://www.ganter-griff.de/?cmd=normblatt&guid=c99c979a-0bfc-44be-a7ba-919600b8a46d&LCID=1031&pageID=14

Hochstativ im Eigenbau

Alurohre mit Flügelschrauben

Gurtverspannung

Ein Hochstativ sollte schon sehr standsicher stehen. Bei einem "herkömmlichen normalen" ausgespreizten Dreibeinstativ mag diese Standform sicher in Ordnung sein, aber bei einem voll ausgezogenem Hochstativ habe ich hierzu schon meine Bedenken. Um weiter meinem Vorsatz an Robustheit und Stabilität treu zu bleiben, wählte ich die Form mittels Abspanngurten.

Um einen sicheren Spannpunkt zu erhalten, fertigte ich mir einen Flansch auf der Drehbank, den ich auf das unterste Standrohr aufspannen konnte. Die Spanngurte sind mit einer Rätsche versehen, sodass ein stetiges Spannen möglich ist, ohne dass sich die Verspannung von selbst wieder lösen könnte. Um ein mögliches Wegrutschen des unteren Rohrelementes auf dem Erdboden zu vermeiden, befindet sich ganz unten an der Stirnseite des untersten Rohres eine aufschraubbare Ständerplatte (Bodenkralle) mit vier eingelassenen 40 mm-Dornen aus V2A-Stahl. Beim Spannen der Gurte drückt sich dann die Dornenplatte regelrecht in den Erdboden und gibt der Stativsäule einen zusätzlich sicheren Stand gegen ein Wegrutschen.

Hochstativ im Eigenbau

Gurtverspannung mit Ratsche

Hochstativ im Eigenbau

Bodenkralle

Erdanker

Einfache Zelthäringe zum Einschlagen – auch größerere und robustere – schloss ich sofort aus. Letztendlich sollte das Stativ ja stabil und standsicher stehen. Zu leicht kann ein eingeschlagener Zelthaken bei Gurtanspannung auch wieder aus dem Erdreich herausrutschen und das Risiko, dass einer der neugierigen Gaffer über die Abspanngurte stolpert ist auch recht groß, denn der Blick ist meistens nur nach oben zur Kamera gerichtet.

Bei einem Messebesuch auf der CMT sah ich dann Erdanker aus Aluminium in einer Art groben Schraube, ca. 30 cm lang und oben mit einem Sechskantkopf versehen. Mir war sofort klar, dass diese Form voll meinen Belangen und erstrebten Einsatzzweck am besten entsprach und entschied mich zu einem Kauf. Heute kann ich sagen, dass sich diese Erdankerform sehr gut bewährt hat.

Sollte es trotzdem einmal vorkommen, dass ich mit dem Hochstativ in einer größeren Halle oder einem Gebäude arbeiten sollte, so habe ich noch ein altes sehr robustes Gitzostativ bei dem ich den Mittelteller herausnehmen kann. Als neues Ersatzstück habe ich dann einen dem Stativ angepassten Einsatzflansch hergestellt, der die untere Stativsäule des Hochstativs aufnehmen und verspannen kann. Die Beine des Gitzostativs habe ich dann voll ausgespreizt, auch fahre ich das Hochstativ nicht voll zum Anschlag aus. Als zusätzliche Sicherheit habe ich dann noch ein schweres Gewicht im Mittelpunkt des Gitzostatives aufgehängt.

Hochstativ im Eigenbau

Erdanker

Die massiven Erdanker werden mittels eines Ringschlüssels in den Boden eingedreht.

Hochstativ im Eigenbau

Erdanker

Die mit roter Farbe angestrichenen Erdanker (Schraubköpfe) dienen dazu, um die Schraubanker rascher im Boden und Gras wieder aufzufinden.

Ständerfuß

Ich wollte aber nicht nur von der Möglichkeit mittels Abspanngurten und Erdanker abhängig sein, und baute mir noch eine Ständervorrichtung, wo ich die Fußrohre mit dem Gewicht meines Autos belasten konnte. Zu dem Ständer ist nicht viel zu sagen. Auf einem verschweißten Flachmaterial ist ein Stutzen aufmontiert, auf dem das Aufnahmerohr für das Hochstativ aufgesteckt wird. Damit das Aufnahmerohr einen festen Sitz hat, ist es unten am Stutzen mit drei Rändelschrauben arretiert.

Am besten sehen Sie sich doch das hier gezeigte Bild an.

Hochstativ im Eigenbau

Ständerfuß

Durch die Belastung des Gewichtes des Autos steht das Hochstativ sehr standsicher.

Elektrischer Kameraneiger

Hier entschied ich mich für ein fertiges System im Schwenkbereich von 360 Grad (Preis ca. 189,-- €). Ein Bau mittels einer Fernsteuerung, wie sie im Modellbau erhältlich ist, mit Server-Stellmotoren wäre von den Kosten wohl gleich teuer geworden, auch wäre der Arbeitsaufwand für die Schwenkkonstruktion der zwei Achsen sehr aufwändig gewesen. Zwar liegt bei meinem gewählten Schwenk- und Neigesystem keine Steuerung über Funk vor, aber dies ist auch absolut nicht notwenig, es wird über Kabel gesteuert. Die Kamera selbst löse ich über Funk aus. Wenn man keinen Funkauslöser hat, so kann man immer noch das Auslösen über Kabel vornehmen. Ein Funkauslöser ist aber schon etwas Feines, gelingen doch auch Aufnahmen, wo man selbst aufs Bild kommen möchte!

Ich weiß, Ihre Frage liegt Ihnen schon lange auf der Zunge: Wie sehe ich, was ich fotografiere, wenn sich die Kamera in solch großer Höhe befindet, den Sucher kann ich ja da oben nicht mehr einsehen. In der Tat, dies ist ein ganz wichtiger Punkt bei der Fotografie mit einem Hochstativ.

Die am meisten verwendete Technik ist hier eine Funkkamera. Ich entschied mich für eine Minikamera mit separatem TFT-Monitor. Sie haben sicher jetzt noch den Einwand, sieht man auf dem übermittelten Bild der Funkkamera auch das Gleiche wie auf dem später erstellten Bild. Hmm alles eine Frage des Justierens der Funkkamera, ganz sicher wird der Bildwinkel der Digitalkamera nicht ganz mit dem gezeigten Bild der Minikamera auf dem Monitor übereinstimmen! Sie können sich ja passende Masken anfertigen und diese dann vor die Linse der Funkkamera aufsetzen. Selbst wenn der Bildausschnitt nicht absolut der gleiche ist, wenn Sie die Funkkamera mittig auf das Abbildungszentrum ihrer Digitalkamera ausrichten, also der Mittelpunkt des Suchers der Digitalkamera ist gemeint, so reicht das völlig aus. Zumindest wissen Sie wohin Sie Fotografieren und vermeiden Zufallstreffer.

Alles in allem, habe ich ein absolut brauchbares System mit meinem Hochstativ, das durchaus mit professionellen Lösungen mithalten kann, robust, solide, stabil und standsicher.

Fazit:

Im großen und ganzen bin ich recht zufrieden mit dem Hochstativ. Die Höhe des Statives reicht mir vollkommen aus. Vor allem ist die Stativhöhe noch beherrschbar, und zwar mit einer Person ohne Helfer und das ist sehr wichtig. Bei einem neuerlichen Bau - den ich aber nicht anstrebe - würde ich Einiges anders angehen. Als erstes würde ich kein oberes Rohrelement mit 20 mm Durchmesser benutzen. Dieses Rohr ist einfach zu labil, schwankt und biegt sich ein wenig. Ich würde dieses Rohr entweder weglassen oder wenn ich unbedingt die Höhe brauche, mit einem Rohrelement "unten weiterbauen". Also bei der hier vorhandenen Konstruktion ein Rohrelement mit 55 mm Durchmesser zusetzen. Eine Kurbeleinheit bei diesen Höhen wäre auch von Nutzen, doch dies kann ich immer noch bauen und nachrüsten.

Hochstativ im Eigenbau

Elektrischer Kameraneiger

Der aufgesetzte elektrische Kameraneiger kann rundum 360° schwenken und plus/minus 15 ° neigen. Dies reicht nicht immer aus, wenn man z. B. 45° neigen will, daher ist der mech. Neiger noch dazwischen geschaltet um etwas "Vorneigung" zu geben. Lassen Sie sich nicht durch den Griff täuschen, mit dem wird nicht geschwenkt, er dient lediglich zum Feststellen des mechanischen Neigekopfes. Geschwenkt und geneigt wird schon elektrisch.

Hochstativ im Eigenbau

Demonstrationsbild mit und ohne Hochstativ